Für unsere Workshops kooperieren wir mit Lehrenden, Forschenden und Expert*innen von pluralen Hochschulstandorten sowie weiteren uns nahestehenden Organisationen. Darüber hinaus laden wir gezielt weitere Expertinnen aus Forschung und Praxis ein. Gemeinsam befassen sie sich mit verschiedenen Wirtschaftstheorien und deren praktischen Anwendungen und bieten plurale Sichtweisen auf aktuelle wirtschaftspolitische Themen.
Wichtig: Die Workshops finden teilweise gleichzeitig statt, sodass Du nicht alle Workshop besuchen kannst. Die Liste an Workshops ist vorläufig und wird bis zur Akademie fortlaufend erweitert werden.
Das kanonische Lehrbuchmodell der Neoklassischen Ökonomik ist das einfache Angebot-Nachfrage-Modell, das auf der Annahme nutzenmaximierender Individuen und Gewinnmaximierungen Unternehmen basiert. Der Workshop stellt diesem paradigmatischen Modell ein synthetisches Modell sozialer Interaktion gegenüber, welches eine systematische Unterscheidung der zentralen Annahmen und wirtschaftspolitischen Implikationen mehrerer Paradigmen ermöglicht. Im Fokus stehen Neoklassische Ökonomik, Verhaltensökonomik, Evolutionär-Institutionelle Ökonomik, Keynesianische Ökonomik, Marxistische Ökonomik, Feministische Ökonomik.
Till van Treeck is Professor am Institut für Sozioökonomie (IFSO) der Universität Duisburg-Essen
Als Lösung beschworen und in der Umsetzung immer wieder kritisiert als zu wenig, zu spät, an der falschen Stelle und zu schlechten Bedingungen. Dieser Workshop widmet sich Ansprüchen und Wirklichkeit der internationalen Klimafinanzierung. Wir beleuchten, warum unterschiedliche polit-ökonomische Perspektiven kritisch auf diese Finanzierung blicken, welche Machtverhältnisse dabei neu entwickelt oder reproduziert werden und welche Visionen es gibt, Klimafinanzierung an Klimagerechtigkeitszielen auszurichten. Dabei werden wir auch ein Fallbeispiel meiner Doktorarbeit in den Blick nehmen und nicht zuletzt konkrete Politik-Empfehlungen diskutieren.
Dieser Workshop wird einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch angeboten!
Paula Haufe ist Doktorandin am Lehrstuhl für Politische Ökonomie, Nachhaltigkeit und Transformation an der Universität Witten/Herdecke. Ihre Dissertation fragt, ob und wie öffentliche internationale Klimafinanzierung zu mehr Klimagerechtigkeit beitragen kann. Sie ist außerdem Referentin beim Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU).
Seit ihrer Einführung im Jahr 2009 gibt es politische und wissenschaftliche Kontroversen um die deutsche Schuldenbremse. Nun wurde sie im Eilverfahren reformiert und eine Kommission arbeitet an weiteren Reformvorschlägen. Das Ziel des Workshops ist es, eine Talkshow zum Thema „Schuldenbremse – endlich generationengerecht!?“ zu entwickeln und durchzuführen. Der erste Teil des Workshops wird genutzt, um den Rahmen der Talkshow abzustecken und sich inhaltlich auf das Thema vorzubereiten. Im zweiten Teil werden die Rollen entwickelt und die Talkshow durchgeführt. Abschließend wird in der Gruppe reflektiert.
Eine Person aus der Gruppe übernimmt die Moderation. Die Teilnehmenden sollen sich idealerweise in ein Pro- und ein Contra-Lager zur Reform der Schuldenbremse aufteilen, wobei jede*r einzelne auch Nuancen herausstellen kann. Als Rollen kommen beispielsweise Fachexpert*innen, Politiker*innen, Vertreter*innen von Interessenverbänden oder NGOs in Betracht. Der Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt.
Durch den Workshop sollen die Teilnehmenden Kompetenzen erwerben, sich in ein kontroverses und aktuelles Thema einzuarbeiten, sich ggf. auf Argumentationsmuster einzulassen, die sich nicht mit den eigenen Überzeugungen decken und in einem geschützten Raum Erfahrung in der Medienpräsenz zu sammeln.
Sebastian Gechert ist Professor für Makroökonomie an der Technischen Universität Chemnitz, wo er im Rahmen eines pluralistischen Lehrplans Makroökonomie, Klimaökonomie und die Ökonomie der Ungleichheit unterrichtet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Wechselwirkungen zwischen makroökonomischer Politik, Verbraucherverhalten, Umwelt und Ungleichheit. Er ist regelmäßig als Berater für internationale Institutionen wie die Weltbank und die Europäische Zentralbank sowie für das Europäische Parlament und deutsche Bundes- und Landesparlamente in Fragen der Finanz- und Geldpolitik tätig. Sebastian ist Mitglied des Lenkungsausschusses des Forums für Makroökonomie und Makroökonomische Politik (FMM), das die größte jährliche wissenschaftliche Konferenz zu pluralistischen makroökonomischen Themen in Europa organisiert. Homepage: http://sebastian-gechert.com/
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern den globalen Kapitalismus fundamental. Die „Tech-Bros“ scheinen allmächtig zu werden und die Angst vor einer Machtkonzentration bei wenigen oder gar bei der KI nimmt zu. Einige, wie Yanis Varoufakis, behaupten sogar, der Kapitalismus würde durch einen „Tech-Feudalismus“ abgelöst. In diesem Workshop präsentieren und diskutieren wir, wie digitale Technologien und KI den Kapitalismus, und damit Wirtschaft und Politische Ökonomie verändern. Dies betrifft die Dynamik des Wirtschaftswachstums, Verteilung und Ungleichheiten, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen, Energie- und Ressourcenverbrauch, sowie die Verteilung von Macht. Aufbauend auf diesen Analysen zeigen wir alternative Wege auf, wie eine sozial-ökologische, solidarische Zukunft in Zeiten digitaler Technologien aussehen könnte.
Dieser Workshop wird einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch angeboten!
Die westlichen Volkswirtschaften befinden sich seit vielen Jahren in einer Phase des sehr geringen Wachstums. In Deutschland ist dies in den letzten Jahren besonders sichtbar geworden, in Form einer mehrjährigen Stagnation. Zugleich ist der Kapitalismus angewiesen auf ökonomsiches Wachstum. Mit diesem Widerspruch hängen verschiedene aktuellen Krisen zusammen, insbesondere zunehmende Vermögens- und Einkommensungleichheiten sowie der Aufstieg rechtsautoritärer und rechtsextremer Parteien. In diesem Kurs analysieren wir das Zusammenspiel aus geringem Wachstum, zunehmenden Ungleichheiten und Rechtsruck und zeigen Alternativen in Form von sozial-ökologischen, solidarischen Postwachstumsökonomien auf.
Dieser Workshop wird einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch angeboten!
Steffen Lange beforscht die Funktionsweise zeitgenössischer Volkswirtschaften und die Bedingungen, unter denen sie nachhaltig werden können. An der Universität Siegen lehrt er im Studiengang Plurale und Transformative Ökonomik, wo er sich mit verschiedenen Wirtschaftsparadigmen und theoretischen Ansätzen zur Förderung einer nachhaltigen Transformation von Wirtschaftssystemen beschäftigt. Seine wissenschaftliche und öffentliche Arbeit befasst sich mit Themen wie Postwachstumsökonomie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie dem Zusammenspiel zwischen Wirtschaftsstrukturen und autoritären Entwicklungen.
Infolge des Nachhaltigkeitsdiskurses der letzten Jahrzehnte hat sich eine neue Unternehmenskultur herausgebildet: soziale Entrepreneure, grüne und gemeinwohlorientierte Unternehmen, CSX, CSR-Unternehmen usw. Diese bilden den Ausgangspunkt für Unternehmen in einer Postwachstumsökonomie (PWÖ).
Im Workshop geht es um die Fragen:
• Müssen Unternehmen in einer PWÖ gewinnorientiert wirtschaften?
• Soll der Staat ökologisch und sozial nachhaltige Unternehmen fördern?
• Wie kann der Staat günstige Rahmenbedingungen für Unternehmen in einer PWÖ schaffen?
• Welche regulatorischen Maßnahmen bräuchte es, damit Unternehmen Low-Profit Business betreiben können?
Christian Fahrbach (MSc) ist freiberuflicher Wissenschaftspublizist und war von 2018 bis 2025 Dozent an der Leuphana Universität Lüneburg zu den Themen Low-Profit und Sustainable Finance. Er publiziert in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und auf Online-Portalen und betreibt einen eigenen Blog zum Thema Low-Profit.
Im ersten Teil, dem Grundlagenkurs, widmen wir uns Geld als substanzgewordener Sozialfunktion und erkunden in einem Geldspiel, wie Geld als Koordinations- und Herrschaftsmittel wirkt. Anschließend rücken wir das reale Geldsystem in den Fokus: Welche Geldarten existieren? Wer schöpft welches Geld? Wer entscheidet darüber? Welche Wirkungen entstehen?
Im zweiten Teil wagen wir das Experiment eines Zukunftslabors „Utopian CBDC“. Dabei wird digitales Zentralbankgeld als Ausgangspunkt genommen, um die eigenen Annahmen über Geld zu hinterfragen und einen experimentellen Raum für alternative Architekturen zu öffnen.
Elsa Egerer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung und engagiert sich für Plurale Ökonomik, nachhaltige Finanzmärkte und kritische finanzielle Bildung.
Konträr zu den Umwelt- und Klimabewegungen der letzten Jahrzehnte, die die Abwendung von Katastrophen zum Ziel hatten, basiert der sogenannte postapocalyptic environmentalism auf der Prämisse, dass die Katastrophe(n) unvermeidlich oder schon gestartet ist. Im deutschsprachigen Raum bildet diese Prämisse zwar bisher einen Nischendiskurs, die Entstehung von Kollapscafes, Kollapscamps und erste Veröffentlichungen zeigen jedoch das wachsende Interesse an dem Thema. Der Workshop fokussiert sich auf die Auswirkungen der Prämisse eines unvermeidbaren Kollapses auf das Politik- und Ökonomieverständnis. Gemeinsam wollen wir analysieren welche politischen und ökonomischen Logiken entstehen. Anschließend soll es einen wertschätzenden Rahmen geben, um zu diskutieren welche Chancen, aber auch Probleme für eine sozial-ökologische Transformation entstehen können.
Hannah Pfister ist wissenschaftliche Hilfskraft in der Abteilung Plurale Ökonomik an der Europa-Universität Flensburg. Nach den Studien in Textilingenieurwesen sowie Angewandter Nachhaltigkeit und der Lohnarbeit im Nachhaltigkeitsmanagement ist sie als Studentin der Transformationsstudien auf der Suche nach weiteren Puzzlestücken, wie eine sozial-ökologische Transformation gelingen könnte. Ihre Forschungsinteressen sind Soziale Bewegungen, Strukturwandel, Theorien Sozialen Wandels sowie feministische Theorien.
© UDE/Fabian Strauch
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Dieser Workshop wird einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch angeboten!
Matthias Kranke forscht als Juniorprofessor für Global Sustainability Governance am Institut für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen zu den politischen Dimensionen von Nachhaltigkeit auf globaler Ebene. Er leitet die Forschungsgruppe „Globale Nachhaltigkeitsgovernance“, die untersucht, wie internationale Organisationen die Spannungen zwischen wirtschaftlichem Wachstum und sozial-ökologischer Nachhaltigkeit verhandeln. Seine Arbeit analysiert insbesondere, inwieweit Ideen jenseits des Wachstumsparadigmas in zentralen Institutionen der globalen Governance Fuß fassen konnten.
Tabea Waltenberg ist Doktorandin in der Forschungsgruppe „Global Sustainability Governance“ an der UDE. Tabea untersucht den aktuellen Stand, die Hindernisse und die fördernden Faktoren des Postwachstums in den SDG-Foren der Vereinten Nationen. Ihre Schwerpunkte umfassen Postwachstum, Suffizienz, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und (internationale) Nachhaltigkeitspolitik. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften (B.Sc.) und Wirtschaftspsychologie (M.Sc.). Vor Beginn ihrer Promotion arbeitete Tabea im Bereich ökosozialer Wandel und Politik in verschiedenen Organisationen.
Feminist economics has long shown that economic analysis is not neutral. Rather, research questions, concepts, data, and methods are embedded in social power relations. Data feminism extends this critique by understanding data work, from collection and classification to modelling and visualisation, as a political process in its own right. In times of the increasing adaption of AI and machine learning, this perspective is particularly salient because these systems reproduce the assumptions and biases already present in the available data and modelling choices.
Bianka Mey is a postdoctoral researcher at Chemnitz University of Technology, Chair of Macroeconomics. She teaches courses in empirical economic research, macroeconomics, and the economics of inequality. Her research profile combines applied (micro)econometrics with a focus on issues related to volunteerism, philanthropic behavior, and gender economics, as well as work on economic inequality, energy economics, and the role of institutions as key contextual determinants of individual behavior (https://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/vwl4/Makrooekonomie/Mitarbeitende/Team_Mey.php.en).
The analysis of Demand and Growth Regimes (DGR) constitutes the post-Keynesian contribution to the ongoing debate on growth models within the field of comparative political economy. It bases the examination of structural variety across capitalist economies in non-mainstream economic theory as an alternative to the Varieties of Capitalism approach grounded in supply-side economics and characterizes an economy’s DGR by reference to the dominant demand component in its national accounts and the financial balances of its sectors. What is the potential of this descriptive exercise for critical political economy?
This workshop wants to address this question from a self-critical perspective. We introduce the core framework of DGRs, explain the underlying economic theory, and want to discuss the implications of this approach for the study of current capitalist dynamics with the participants. In particular, we want to highlight the relations the approach has with critical studies about financialization, distributional conflict, and alternatives to capitalism. Participants are encouraged to read at least one of the recommended articles in advance to gain an initial overview of the DGR framework.
Juan Manuel Campana and Philip Blees are affiliated with the Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin, where they work at the “HWR Competence Centre: Challenges and Resilience of Global Supply and Value Chains.” As doctoral candidates at the Université Sorbonne Paris Nord, their research focuses on demand and growth regimes in advanced and emerging economies, particularly in the context of economic crises and technical change. At HWR Berlin, they teach macroeconomics and ecological modelling within the heterodox study programmes “International Economics” and “Economic Policies for the Global Bifurcation (EPOG).”