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Die Geschichte des Netzwerks

Entstehung und Bewegung

Alles begann sehr unspektakulär im Juni 2000 an der Sorbonne in Paris. In einer Petition Autisme-Économie protestierte eine kleine Gruppe von Wirtschaftsstudierenden gegen „autistische Wissenschaft“ im Internet. Die unkontrollierte Anwendung der Mathematik und formaler Modelle dürften nicht Selbstzweck sein. Sie forderten Wissenschaft statt Szientismus, Pluralismus statt neoklassischem Monotheismus, empirischen Realismus statt deduktiver Abstraktionen und riefen ihre Professoren auf, die Ökonomik aus ihrem autistischen und sozial unverantwortlichen Zustand zu retten (vgl. Fullbrook 2001). Die Protestierenden forderten eine Économie Post-Autiste (Autisme-Économicie 2001)...weiterlesen

Entwicklung in Deutschland

Seit dem 16. November 2003 gab es auch Deutschland einen Arbeitskreis Postautistische Ökonomie. Mithilfe der intensiven Vortragstätigkeiten, der Ausrichtung von Konferenzen, Vortragsreihen oder Wochenendseminaren sowie der Herausgabe eines Sammelbandes zu Postautistischer Ökonomik entstand ein breites Netzwerk an Sympathisanten und Unterstützern. Dieses umfasst sowohl Studierende als auch Wissenschaftler und Mittelständische Unternehmer. Um die Arbeit des Arbeitskreises zu vereinfachen wurde am 24.11.2007 der gleichnamige Verein gegründet, der sich auf der Mitgliederversammlung 2012 in "Netzwerk Plurale Ökonomik e.V." umgenannt hat (Satzung). Die Protokolle der bisherigen Mitgliederversammlungen finden Sie hier.

Umbenennung des Vereins

Der frühere Name der Bewegung stammt aus ihrer Entstehungszeit. Französische Studierende kritisierten im Jahr 2000 die Standardökonomik als "autistisch". Mit dieser Analogie wollten sie ihre Kritik an dem einseitigen Interesse an "imaginären Welten", der "unkontrollierten Anwendung von Mathematik" und einer Abwesenheit von Pluralismus in ökonomischen Theorieansätzen deutlich machen.

Innerhalb der postautistischen Bewegung wird die Verwendung der Analogie kritisch reflektiert. Zu empfehlen ist der Artikel von James Devine (selbst Ökonom und Vater eines autistischen Sohnes) im post-autistic economics reviewPsychologischer Autismus, institutioneller Autismus und die Ökonomik.

 

In Deutschland erfolgte auf der Mitgliederversammlung 2011 aufgrund anhaltender Unzufriedenheit mit dem Begriff sowie als Reaktion auf die Kritik von Eltern autistischer Kinder eine Umbenennung des Vereins.

Als Ergebnis dieser kritischen Reflektion ergab sich übergangsweise der Name "AK Real-World Economics". Er steht für ein Ende der Entfremdung von Lehre und Forschung der Volkswirtschaftslehre von den Gegebenheiten der realen Welt. Der real existierende Facettenreichtum der realen Welt soll sich in Form vielfältiger Methoden, Betrachtungsweisen und Theorien auch in der Volkswirtschaftslehre niederschlagen.

Um die Arbeit des Netzwerks auf eine breitere sowie offenere Basis zu stellen und um in der Öffentlichkeit mit einen noch unmittelbar verständlicheren Namen auftreten zu können, wurde schließlich auf der Mitgliederversammlung 2012 der aktuelle Name "Netzwerk Plurale Ökonomik" gewählt. In ihm vereinigen sich die deutschlandweit verteilten Arbeitskreise Real World Economics, die aus der postautistischen Bewegung stammen, sowie weitere Hochschulgruppen und Initiativen die sich dem Ziel einer pluralen Ökonomik verpflichtet haben.